Schlaflos
in Aachen von Andy Reinard "Klenkes"
Es gibt auch in Aachen diese Bands, von denen man zunächst hier
und da mal etwas hört, vielleicht einen kleinen Artikel liest,
dann verdichten sich die Informationen und irgendwann kommt man nicht
mehr an ihnen vorbei.
Neogene ist momentan diese Band!
Spätstens seit Ende April ihr Debüt-Album "Trip" erschienen
ist, ist klar, dass es hier fünf Profis verdammt ernst meinen.
Es geht um Rock! Dreckig, laut und leidenschaftlich.
Dass sie keine 18 mehr sind, ist vielleicht auch ganz gut so.
"
Mit 18 hätten wir nicht so eine Platte aufgenommen, hier stecken
einfach auch einige Jahre Erfahrung als Musiker und Produzent drin",
weiß Oliver Spanke, Gitarrist und Produzent von Neogene.
Und Recht hat er!
Die Platte drückt und stellt abwechselnd dichte Gitarrenwände
und die eingängigen Vocals von Frontfrau Manuela Frey in den
Vordergrund.
Das klingt nicht nur gut für den Hörer, sondern auch nach
einer Menge Arbeit und Zeit?
" In den letzten zwei Jahren haben wir bestimmt ein halbes Jahr an
der Platte gearbeitet, ohne zu schlafen versteht sich!"
Die ersten Neogene-Songs haben Manu und Oliver schon vor fast drei
Jahren geschrieben, mit Tom Engels, Martin Rohdich und Markus Proske
wurden professionelle Weggefährten und auch Freunde gefunden:"Wir
fahren zusammen in Urlaub und haben immer eine Menge Spaß."
Das kann man sich jetzt endlich auch auf CD anhören!
CD-Release Neogene von Lars Germann "Aachener Nachrichten"
"Trip" haben die fünf Musiker von Neogene ihr Debüt-Album
genannt - und vielleicht führt sie ihre Reise ja noch auf
ganz große Bühnen. Ihr Erstling, den sie am Freitag
Abend im Café Egmont live der Öffentlichkeit vorstellen,besitzt
jedenfalls das Potential, in den Charts mitzuspielen.
Ins Leben gerufen wurde die Band vor gut drei Jahren von Sängerin
Manuela Frey und Gitarrist Oliver Spanke, die bereits zu diesem Zeitpunkt
gemeinsam Songs geschrieben hatten. Es fehlten also nur noch ein
paar fähige Musiker, und die waren mit den „alten Bekannten" Martin
Rodich (Gitarre), Markus Proske (Bass) und Tom Engels (Schlagzeug)
bald gefunden.
Ende 2003 bestiegen Neogene erstmals gemeinsam eine Bühne, und
schon damals im „Wild Rover" deutete sich dasHitpotential
ihrer Songs an. Es folgten weitere Auftritte in Aachen und Umgebung,
und sogar als Vorgruppe von „Juli"
auf einem Stadtfest in Gießen.
In Eigenregie produzierte die Band ein Video und nahm im Aldenhovener „Public
Peace"-Studio von Gitarrist Rohdich die ersten Stücke
auf.
Drei Jahre nach ihrer Gründung haben Neogene ihren Stil gefunden,
den sie als „Alternative Rock im 16:9-Format" bezeichnen.
Für eine Schublade wollen sie sich dabei jedoch nicht entscheiden.
Natürlich, so Sängerin Manuela Frey, kämen da manchmal
Vergleiche mit bekannteren Bands, „aber die stimmen nie 100-prozentig".
Da Namen zu nennen würde zwangsläufig ein „
verzerrtes Bild" ergeben.
Mit „Trip" haben Neogene allerdings die Karten auf den
Tisch gelegt. 13 meist sehr kompakte Songs sind auf dem Album, das
von Anfang bis Ende mit eingängigen Melodien, abrockenden Gitarren
und spannungsgeladenen Arrangements aufwartet. Neogene fackeln nicht
lange: Nach markanten Intros und meist ruhigeren Strophen kommt die
Band auf den Punkt, und rockt im Refrain, was das Zeug hält.
Für den Abwechslungsreichtum sorgen mal brachiale, mal funkige,
mal psychedelische Intermezzi- und natürlich die charakteristische
Stimme der Sängerin, die je nach Bedarf energetisch,
sirenenhaft und lasziv klingt.
„
Trip" ist ein schlüssiges, absolut professionell klingendes
Album, bei dem man sich schon fragen könnte, ob da nicht ein
namhafter Produzent an den Reglern geschraubt hat.
Auf„1 Live" würde sich ein Stück wie „
Insane" zwischen den aktuellen Gassenhauern jedenfalls durchaus
machen. Umso erstaunlicher, dass die fünf Aachener ihren Erstling
ohne fremde Hilfe fertig gestellt haben.
Für die Musiker von Neogene ist absolut klar, dass sie, sollte
demnächst ein Majorlabel anbeißen, sofort alles stehen
und liegen lassen würden. Mit einem professionellen Label, einem
Vetrieb und einem Management könnten sie sich dann „hauptsächlich
aufs Songschreiben konzentrieren", hofft die Sängerin.
Erst einmal konzentrieren sich Neogene jedoch auf ihre „CD
Release Party" am Freitag Abend (20.30 Uhr) im Café Egmont
in der Pontstraße. Mit von der Partie ist anschließend übrigens
das Popstadl-Team an den Plattentellern. |